Laborkühlgerät in bestehende Arbeitsplätze integrieren – was vor dem Einbau geprüft werden muss
In vielen Laboren entsteht der Bedarf für ein zusätzliches Kühlgerät nicht auf der grünen Wiese. Der Arbeitsplatz ist längst eingerichtet, die Möbel stehen und Kühlgut soll näher an den tatsächlichen Arbeitsbereich. Ein zusätzliches Standgerät braucht Platz und verlängert unter Umständen die Wege. Eine freie Nische unter der Arbeitsfläche wirkt deshalb schnell wie die naheliegende Lösung.
Genau dort beginnt die eigentliche Entscheidung. Ein Laborkühlgerät wird nicht dadurch zum geeigneten Unterbaugerät, dass seine Außenmaße zufällig in die vorhandene Nische passen. Luftführung, Wärmeabgabe, Türbewegung, Bedienung und Servicezugang müssen zu dieser Einbausituation passen.
Kurzantwort: Ein vorhandener Unterbauplatz kann eine sehr gute Lösung für die Laborkühlung sein, wenn Gerät und Arbeitsplatz füreinander geeignet sind. Entscheidend sind nicht nur Breite, Tiefe und Höhe. Lagergut, Luftführung, Wärmeabgabe, Türbewegung, Stromversorgung sowie Reinigung, Wartung und Ausbau gehören zur gleichen Standortentscheidung. Deshalb sollte zuerst geklärt werden, welche Anforderungen der Arbeitsplatz stellt. Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, welche Bauform und welches konkrete Gerät diese Anforderungen erfüllt.
Warum eine freie Nische noch keine Lösung ist
Der erste Gedanke ist verständlich. Unter der Arbeitsfläche ist Platz, also wird ein Gerät gesucht, das hineinpasst.
Damit wäre aber nur die geometrische Frage beantwortet. Im Betrieb muss das Gerät Wärme abgeben können, die Tür muss sich öffnen lassen, der Arbeitsweg darf nicht unnötig blockiert werden und auch Jahre später müssen Reinigung, Wartung und Reparatur möglich bleiben.
Dazu kommt die wichtigste Frage noch vor allen Einbaumaßen. Was soll überhaupt gelagert werden? Das Lagergut und der vorgesehene Einsatz bestimmen, welche Geräteklasse infrage kommt. Ein Gerät, das technisch nicht zur vorgesehenen Lagerung passt, wird auch durch einen perfekt passenden Möbelausschnitt nicht zur richtigen Lösung.
Was ein echtes Unterbaugerät anders lösen muss
Damit Unterbau mehr ist als Platzsparen, muss die Konstruktion zur Einbausituation passen. Besonders wichtig ist die Luftführung. Bei einer Möbelnische muss deshalb geklärt werden, wie das konkrete Gerät be- und entlüftet wird und ob diese Luftführung am vorgesehenen Platz frei bleibt.
Auch die Höhe spielt eine andere Rolle. Bestehende Laborarbeitsplätze werden nicht für jedes neue Gerät umgebaut. Das Gerät muss sich deshalb in die vorhandene Arbeitssituation einfügen können, ohne dass aus wenigen Zentimetern Unterschied eine größere Möbelbaustelle wird.
Auch die Tür und der davor benötigte Bewegungsraum gehören zur Standortprüfung. Ein Gerät kann von den Außenmaßen in die Nische passen und im täglichen Betrieb trotzdem ungünstig stehen, wenn sich die Tür dort nicht sinnvoll nutzen lässt.
Ich würde an dieser Stelle deshalb nicht zuerst nach dem möglichst kleinen Laborkühlschrank suchen. Entscheidend ist ein Gerät, dessen Konstruktion die typische Unterbausituation bereits berücksichtigt.
Genau hier wird der Liebherr SRUvg 1011 interessant
Der Liebherr SRUvg 1011 ist für diese Fragestellung interessant, weil mehrere öffentlich dokumentierte Eigenschaften genau auf diese Anforderungen zielen. Liebherr nennt Außenmaße von 81,9 × 59,7 × 58,4 cm und beschreibt das Modell ausdrücklich als Unterbau-Laborkühlschrank für allgemeine Anwendungen.
Für die Einbausituation noch wichtiger ist die Luftführung. Liebherr beschreibt für den SRUvg 1011 eine frontseitige Be- und Entlüftung und nennt gerade diese Konstruktion als Grund dafür, dass sich das Gerät flexibel in ein Möbel integrieren lässt. Ob die konkrete vorhandene Nische mit ihren Blenden, Sockeln und angrenzenden Bauteilen dafür geeignet ist, muss trotzdem am tatsächlichen Arbeitsplatz geprüft werden.
Damit beantwortet das Gerät zwei zentrale Fragen eines bestehenden Arbeitsplatzes bereits konstruktiv. Seine Außenmaße sind klar dokumentiert und die frontseitige Be- und Entlüftung ist ausdrücklich für die Integration in ein Möbel vorgesehen.
Damit wird der SRUvg 1011 an diesem Arbeitsplatz zu einer nachvollziehbaren Option. Ob die konkrete Nische, die Türbewegung und der Arbeitsablauf tatsächlich passen, bleibt trotzdem Teil der Standortprüfung.
Damit ist die Standortentscheidung allerdings noch nicht abgeschlossen. Jetzt beginnt die wichtigere Prüfung, ob diese technische Lösung auch zum konkreten Labor passt.
Die Wärme bleibt trotzdem im Raum
Frontseitige Be- und Entlüftung löst die Luftführung am Möbel. Sie lässt die entstehende Wärme aber nicht verschwinden.
Auch bei einem für den Unterbau vorgesehenen Gerät bleibt die thermische Situation des Raums Teil der Standortprüfung. Stehen in einem kleinen Labor bereits mehrere Geräte mit Wärmeabgabe oder steigt die Raumtemperatur im Sommer deutlich an, sollte deshalb geprüft werden, ob Standort, Luftführung und Raum für den vorgesehenen Betrieb geeignet sind.
Genau an dieser Stelle würde ich die Produkteigenschaft nicht isoliert bewerten. Die frontseitige Luftführung kann den Unterbau ermöglichen. Der Raum muss trotzdem zu den Betriebsbedingungen des Geräts passen.
Was vor der Bestellung tatsächlich geprüft werden sollte
| Prüfpunkt | Was damit tatsächlich geklärt wird |
|---|---|
| Lagergut und Nutzung | Passt die Geräteklasse zu dem, was gelagert werden soll und wie im Alltag darauf zugegriffen wird? |
| Nische und Gerät | Stimmen Breite, Tiefe und Höhe und lässt sich das Gerät am vorgesehenen Platz korrekt aufstellen? |
| Be- und Entlüftung | Bleibt die vom Hersteller vorgesehene Luftführung auch im vorhandenen Möbelaufbau frei? |
| Raumtemperatur und Wärme | Liegt der Standort im zulässigen Umgebungstemperaturbereich und kann die entstehende Wärme im Raum abgeführt werden? |
| Tür und Bewegungsfläche | Kann die Tür vollständig geöffnet werden, ohne Möbel, Arbeitsabläufe oder Verkehrswege zu behindern? |
| Stromversorgung | Ist der vorgesehene Anschluss geeignet und im Betrieb sinnvoll erreichbar? |
| Reinigung und Wartung | Bleiben Gerät und Umgebung für die notwendigen Arbeiten zugänglich? |
| Ausbau und Service | Kann das Gerät im Störungsfall wieder aus der Nische heraus und ist für das Lagergut währenddessen eine Lösung vorhanden? |
Diese Punkte gehören zusammen. Eine technisch passende Nische hilft wenig, wenn der spätere Betrieb an einer anderen Stelle unnötig kompliziert wird.
Auch die geöffnete Tür braucht Platz
Im Datenblatt steht die Gerätebreite. Im Alltag steht die Tür offen, jemand be- oder entlädt das Gerät und gleichzeitig müssen andere Personen am Arbeitsplatz vorbeikommen.
Bei der Standortplanung geht es deshalb nicht nur um die Stellfläche des Geräts. Auch Bewegungs-, Funktions- und Verkehrsflächen des Arbeitsplatzes müssen erhalten bleiben.
Unterbau spart Fläche, aber nicht automatisch Arbeit
Kurze Wege können ein guter Grund sein, Kühlgut direkt am Arbeitsplatz unterzubringen. Bei häufigem Zugriff kann eine niedrige Lagerposition dagegen unpraktisch werden. Auch Wartung und Ausbau können schwieriger sein, wenn das Gerät sehr eng in vorhandene Möbel integriert wird.
Unterbau ist deshalb nicht automatisch die bessere Lösung. Die gewonnene Nähe zum Arbeitsplatz sollte nicht an anderer Stelle neue Probleme erzeugen.
Wenn ausreichend Stellfläche vorhanden ist, sehr häufig auf das Lagergut zugegriffen wird oder der vorhandene Möbelplatz Reinigung und Service erschwert, kann ein freistehendes Gerät betrieblich sinnvoller sein.
Reinigung und Service vor dem Kauf mitdenken
Ein Kühlgerät wird nicht nur eingebaut. Es muss gereinigt, gewartet und im Störungsfall erreichbar sein.
Bei einer engen Integration sollte deshalb bereits vor dem Kauf geklärt werden, wie das Gerät später aus der Nische herauskommt, welche Anschlüsse erreichbar bleiben und was mit dem Lagergut geschieht, wenn das Gerät für Wartung oder Reparatur außer Betrieb genommen werden muss.
Gerade dieser Punkt fällt bei einer reinen Maßprüfung leicht unter den Tisch. Für den späteren Betrieb kann er wichtiger werden als ein paar Zentimeter gewonnene Stellfläche.
Unterbau oder freistehend hängt vom Arbeitsplatz ab
| Ausgangslage | Was zuerst geprüft werden sollte | Mögliche Konsequenz |
|---|---|---|
| Kühlgut wird direkt am Arbeitsplatz benötigt | Wege, Zugriffshäufigkeit, vorhandene Nische und Luftführung | Unterbau kann sinnvoll sein |
| Sehr häufiger Zugriff auf das Lagergut | Zugriffshöhe, Ergonomie und Arbeitsablauf | Freistehendes Gerät kann praktischer sein |
| Kleiner oder bereits warmer Raum | Wärmeabgabe aller Geräte und tatsächliche Raumtemperatur | Standort oder Bauform neu prüfen |
| Enge Möbelintegration | Reinigung, Wartung, Anschlüsse und Ausbauweg | Unterbau nur bei dauerhaft gesichertem Zugang |
| Tür kollidiert mit Möbeln oder Verkehrswegen | Türanschlag, Öffnungswinkel und Bewegungsfläche | Standort verändern oder andere Bauform wählen |
| Größerer Lagerbedarf an einer zentralen Stelle | Kapazität, Wege und betriebliche Organisation | Ein größeres freistehendes Gerät kann sinnvoller sein |
Die Tabelle ist keine Kaufempfehlung. Derselbe Unterbauplatz kann für zwei Labore unterschiedlich zu bewerten sein, weil Lagergut, Zugriffshäufigkeit, Raumtemperatur und Arbeitsabläufe nicht gleich sind.
Wann der SRUvg 1011 passt und wann nicht
Die konstruktiven Eigenschaften des SRUvg 1011 machen ihn für bestehende Unterbauarbeitsplätze interessant. Sie lösen genau die Fragen, die bei einer solchen Integration zuerst entstehen.
Sie machen das Gerät aber nicht automatisch zur richtigen Wahl. Wenn das Lagergut eine andere Geräteklasse verlangt, die Wärme am Standort problematisch wird, der Zugriff in Bodennähe den Arbeitsablauf erschwert oder Wartung und Ausbau nicht vernünftig möglich sind, muss die Entscheidung neu betrachtet werden.
Das ist kein Gegenargument zum Gerät. Es ist die notwendige Trennung zwischen einer passenden technischen Lösung und einem tatsächlich passenden Standort.
Was bei Trimedia Bamberg den Unterschied macht
Bei einer bestehenden Laboreinrichtung beginne ich deshalb nicht mit einem Produktkatalog. Zuerst möchte ich wissen, was gelagert werden soll, wie der Arbeitsplatz genutzt wird und welche Grenzen der vorhandene Standort setzt.
Erst daraus ergibt sich, welche Bauform und welches Gerät sinnvoll sind. Manchmal ist das ein integriertes Unterbaugerät wie der SRUvg 1011. In einer anderen Situation kann ein freistehendes Gerät die bessere Lösung sein, obwohl im Möbel noch eine passende Nische vorhanden wäre.
Für mich ist genau das der Punkt einer guten Beratung. Nicht möglichst schnell ein Gerät in einen vorhandenen Platz rechnen, sondern vorher klären, ob Gerät, Arbeitsplatz und täglicher Betrieb wirklich zusammenpassen.
Erreichen Sie mich über Kontakt oder direkt über 0951 5194224.
Dieser Artikel gibt allgemeine Fachinformationen zur Auswahl und Integration professioneller Laborkühlgeräte und ersetzt keine Prüfung des konkreten Einsatzfalls. Maßgeblich sind die aktuelle Herstellerdokumentation des jeweiligen Geräts sowie die für den Betrieb und die vorgesehene Nutzung geltenden technischen, arbeitsschutzrechtlichen und gegebenenfalls weiteren regulatorischen Anforderungen.